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DEZ
2017

Schule neu denken bedeutet auch die Lehrerfortbildung neu zu denken.

Vielleicht liegt es an der winterlichen Stimmung im verschneiten Bergischen Land, vielleicht aber auch daran, dass ich gerade wieder von einer Lehrerfortbildung nach Hause gekommen bin. Fortbildungen haben heute viele Namen. Sie heißen Barcamp, sie heißen Tablet-Tage, sie tragen skurrile oder undefinierbare Abkürzungen als Namen. Hauptsache anders klingen, Hauptsache innovativ wirken. Aber seien wir doch mal ehrlich, im Grunde sind das immer die gleichen Veranstaltungen. Man geht in ein Gebäude, es ist meistens eine Schule oder Vergleichbares, sitzt neben Lehrerinnen und Lehrern bei Pappbecherkaffee und erhält in vollbesetzten Klassenräumen Frontalunterricht. Ja, ich sage es jetzt mal wirklich frei heraus, ein Vortrag ist Frontalunterricht. Ich gehe zu diesen Kongressen, Tagen und Camps aber eigentlich, weil ich mich verbessern möchte. Ich möchte neue Methoden, neue Ansätze, neue Wege erlernen, wie ich das Lehren und Lernen, wie ich Wissensvermittlung besser gestalten kann. Frontalunterricht kenne ich schon. Den hatten wir alle. In der Schule, damals, vor 10, 20 oder 30 Jahren. Die Medien haben sich verändert. Statt handgeschriebener Folien, teils mit schattenspielhaften Pantomimen durch den Vortragenden, erlebe ich heute kinoreife Keynotes, wildes F5-Geklicke bei Powerpoint, oder wie Reliquien der Didaktik empor gehaltene Haushaltsgeräte oder Milchtüten. Aber im Grunde ist es immer gleich. Ich werde immer wieder erneut mit Wissen und Ideen berieselt, frontal. Alter Wein in neuen Schläuchen.

 

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